Pyrotechnikgesetz
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BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH
Jahrgang 2009 Ausgegeben am 30. Dezember 2009 Teil I
131. Bundesgesetz: Pyrotechnikgesetz 2010 und Änderung des Sicherheitspolizeigesetzes
(NR: GP XXIV RV 367 AB 430 S. 46. BR: 8198 AB 8273 S. 780.)
[CELEX-Nr.: 32007L0023]
Der Nationalrat hat beschlossen:
Inhaltsverzeichnis
Artikel 1 Pyrotechnikgesetz 2010
Artikel 2 Änderung des Sicherheitspolizeigesetzes
Artikel 1
Bundesgesetz, mit dem polizeiliche Bestimmungen betreffend pyrotechnische Gegenstände und
Sätze sowie das Böllerschießen erlassen werden (Pyrotechnikgesetz 2010 – PyroTG 2010)
Inhaltsverzeichnis
1. HAUPTSTÜCK
ALLGEMEINER TEIL
1. Abschnitt
Regelungsgegenstand, Geltungsbereich und Begriffsbestimmungen
§ 1. Regelungsgegenstand
§ 2. Ausnahmen vom sachlichen Geltungsbereich
§ 3. Ausnahmen vom persönlichen Geltungsbereich
§ 4. Begriffsbestimmungen
2. Abschnitt
Zuständigkeit und Instanzenzug
§ 5. Zuständigkeit
§ 6. Instanzenzug
3. Abschnitt
Behördenbefugnisse
§ 7. Berechtigungskontrolle
§ 8. Entziehung
§ 9. Durchsuchung
§ 10. Übermittlung personenbezogener Daten
4. Abschnitt
Kategorisierung
§ 11. Kategorisierung der Feuerwerkskörper
§ 12. Kategorisierung der pyrotechnischen Gegenstände für Bühne und
Theater
§ 13. Kategorisierung sonstiger pyrotechnischer Gegenstände
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§ 14. Kategorisierung der pyrotechnischen Sätze
5. Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen
§ 15. Altersbeschränkungen
§ 16. Verlässlichkeit
§ 17. Sachkunde und Fachkenntnis
§ 18. Lehrgänge und Lehrgangsträger
§ 19. Pyrotechnik-Ausweis
§ 20. Besitz und Innehabung
2. HAUPTSTÜCK
INVERKEHRBRINGEN UND MARKTÜBERWACHUNG
1. Abschnitt
Pflichten des Herstellers, Importeurs und Händlers
§ 21. Pflichten des Herstellers
§ 22. Anbringen des CE-Kennzeichens
§ 23. Kennzeichnung pyrotechnischer Gegenstände für Fahrzeuge
§ 24. Kennzeichnung anderer pyrotechnischer Gegenstände und
pyrotechnischer Sätze
§ 25. Pflichten des Importeurs und Händlers
§ 26. Inverkehrbringen
2. Abschnitt
Marktüberwachung
§ 27. Marktüberwachung
3. HAUPTSTÜCK
BESITZ, VERWENDUNG UND ÜBERLASSUNG
1. Abschnitt
Besitz und Verwendung
§ 28. Besitz und Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze
§ 29. Böllerschießen
2. Abschnitt
Überlassung, Erbschaft und Vermächtnis
§ 30. Überlassung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze
§ 31. Erbschaft und Vermächtnis
4. HAUPTSTÜCK
VERBOTE
§ 32. Pyrotechnische Gegenstände und Sätze ohne CE-Kennzeichen oder
Kennzeichnung
§ 33. Reizerzeugende pyrotechnische Gegenstände und Sätze
§ 34. Knallkörper mit Blitzknallsätzen
§ 35. Nichtgewerbliche Herstellung und Delaborierung
§ 36. Gemeinsame Anzündung
§ 37. Widmungswidrige Verwendung
§ 38. Verwendung an bestimmten Orten
§ 39. Besitz und Verwendung unter besonderen Umständen
5. HAUPTSTÜCK
STRAF-, SCHLUSS- UND ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
1. Abschnitt
Strafbestimmungen
§ 40. Verwaltungsübertretungen
§ 41. Verfall
2. Abschnitt
Schluss- und Übergangsbestimmungen
§ 42. Sprachliche Gleichbehandlung
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§ 43. Verweisungen
§ 44. Vollziehung
§ 45. Inkrafttreten
§ 46. Außerkrafttreten
§ 47. Übergangsbestimmungen
1. HAUPTSTÜCK
ALLGEMEINER TEIL
1. Abschnitt
Regelungsgegenstand, Geltungsbereich und Begriffsbestimmungen
Regelungsgegenstand
§ 1. Dieses Bundesgesetz regelt
1. Besitz, Verwendung, Überlassung und Inverkehrbringen pyrotechnischer Gegenstände und Sätze
und
2. das Böllerschießen.
Ausnahmen vom sachlichen Geltungsbereich
§ 2. (1) Dieses Bundesgesetz gilt nicht für
1. Zündplättchen, -ringe und -bänder, soweit sie für Spielzeug im Sinne der Richtlinie 88/378/EWG
zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Sicherheit von Spielzeug,
ABl. Nr. L 187 vom 16.07.1988 S. 1, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2008/112/EG, ABl.
Nr. L 345 vom 23.12.2008 S. 68, in der Fassung der Berichtigung ABl. Nr. L 37 vom 09.02.1991
S. 42, bestimmt sind,
2. Knallerzeugung mit explosiven Luft-Gas-Gemischen,
3. mittels Gaskartuschen betriebene Bühneneffektmittel,
4. Zündhölzer, Räucherwaren und vergleichbare Gegenstände,
5. pyrotechnische Gegenstände für die Luft- und Raumfahrtindustrie und
6. Schieß-, Spreng- und Zündmittel, die in den Anwendungsbereich des Sprengmittelgesetzes 2010,
BGBl. Nr. 121/2009, fallen.
(2) Das 2. Hauptstück sowie § 32 finden keine Anwendung auf
1. pyrotechnische Gegenstände im Sinne der Richtlinie 96/98/EG über Schiffsausrüstung, ABl. Nr.
L 46 vom 17.02.1997 S. 25, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 596/2009, ABl. Nr.
L 188 vom 18.07.2009 S. 14, und
2. pyrotechnische Gegenstände, die ausschließlich bei Messen, Ausstellungen und Vorführungen
zum Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen ausgestellt und verwendet oder die für
Forschung, Entwicklung und Prüfung hergestellt und verwendet werden.
(3) Das 3. Hauptstück sowie §§ 38 und 39 finden keine Anwendung auf pyrotechnische Gegenstände
der Kategorie P2, die integraler und verarbeiteter Bestandteil eines anderen Gegenstandes sind, im Wesen
dieses Gegenstandes aufgehen und dazu bestimmt sind, Sicherheitsvorrichtungen auszulösen.
Ausnahmen vom persönlichen Geltungsbereich
§ 3. (1) Dieses Bundesgesetz gilt nicht für
1. die Gebietskörperschaften,
2. staatliche und staatlich anerkannte Lehrgangsträger für pyrotechnische Lehrgänge,
3. Lehr-, Forschungs- und Versuchsanstalten, wie insbesondere Universitäten, Fachhochschulen
und Höhere Technische Lehranstalten,
4. Feuerwehren,
5. amtliche Sachverständige und
6. Personen, die bei Einrichtungen oder Personen im Sinne der Z 1 bis 5 beschäftigt sind oder von
diesen unterrichtet werden,
soweit diese mit pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben,
einer Amtstätigkeit, ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit oder eines Ausbildungs- oder Dienstverhältnisses
umgehen müssen.
BGBl. I - Ausgegeben am 30. Dezember 2009 - Nr. 131 4 von 20
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(2) Dieses Bundesgesetz findet hinsichtlich der im 3. Hauptstück enthaltenen Bestimmungen
betreffend Besitz und Verwendung durch sowie Überlassung an keine Anwendung auf
1. Personen, die nach gewerberechtlichen Vorschriften zur Erzeugung von und zum Handel mit
pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen berechtigt sind (Hersteller und Händler),
2. öffentliche Einrichtungen, denen die Beförderung oder Aufbewahrung von Gütern obliegt,
3. Unternehmen, die nach den gewerberechtlichen Vorschriften zur Beförderung oder
Aufbewahrung von Gütern befugt sind,
4. Personen, die nach abfallrechtlichen Bestimmungen zur Beseitigung pyrotechnischer
Gegenstände oder Sätze berechtigt sind,
5. Personen, die nach den gewerberechtlichen Vorschriften befugt sind, pyrotechnische
Gegenstände für die Fahrzeugindustrie zu erzeugen, zu bearbeiten, instand zu setzen, einzubauen
oder Handel mit diesen zu treiben, und
6. Personen, die bei Einrichtungen, Unternehmen oder Personen im Sinne der Z 1 bis 5 beschäftigt
sind und von diesen im sicheren Umgang mit den betreffenden pyrotechnischen Gegenständen
oder Sätzen betriebsintern hinreichend unterwiesen wurden,
insoweit sie im Rahmen dieser Tätigkeit mit pyrotechnischen Gegenständen oder Sätzen umgehen
müssen.
(3) Für Personen und öffentliche Einrichtungen ohne Wohnsitz oder Sitz im Bundesgebiet gelten die
entsprechenden Ausnahmebestimmungen des Abs. 2, wenn sie aufgrund europa-, bundes- oder
landesrechtlicher Bestimmungen diese Tätigkeiten in Österreich ausüben dürfen.
Begriffsbestimmungen
§ 4. Im Geltungsbereich dieses Bundesgesetzes sind folgende Begriffsbestimmungen maßgebend:
1. Anzündmittel sind explosive Stoffe oder pyrotechnische Sätze enthaltende Gegenstände, mit
denen typischerweise pyrotechnische Gegenstände und Sätze unter Flammenbildung zur
Umsetzung gebracht werden.
2. Benannte Stellen sind jene Einrichtungen, die in der von der Europäischen Kommission
veröffentlichten Liste der benannten Stellen unter Angabe ihrer Kennnummer und der ihnen
übertragenen Aufgaben gemäß der Richtlinie 2007/23/EG über das Inverkehrbringen
pyrotechnischer Gegenstände, ABl. Nr. L 154 vom 14.06.2007 S. 1, angeführt und damit zur
Durchführung der in diesem Bundesgesetz beschriebenen Konformitätsbewertung befugt sind.
3. Böllerschießen ist das Zünden von Pulverladungen zur Erzeugung einer Knallwirkung.
4. Fachkenntnis ist die Summe jener chemischen, physikalischen, technischen und rechtlichen, über
den Umfang einer Sachkunde hinausgehenden Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten, die
erforderlich sind, um pyrotechnische Gegenstände oder Sätze der Kategorie F4, T2, P2 oder S2
entsprechend den Bestimmungen dieses Gesetzes sowie den darauf beruhenden Verordnungen
und Bescheiden besitzen und verwenden zu dürfen.
5. Feuerwerkskörper sind pyrotechnische Gegenstände für Unterhaltungszwecke, die der
Kategorie F1, F2, F3 oder F4 zugeordnet sind.
6. Händler ist jede natürliche oder juristische Person in der Lieferkette, die im Rahmen ihrer
Geschäftstätigkeit einen pyrotechnischen Gegenstand oder Satz im Bundesgebiet bereitstellt.
7. Hersteller ist eine natürliche oder juristische Person, die einen pyrotechnischen Gegenstand oder
Satz gestaltet oder herstellt oder einen derartigen Gegenstand oder Satz gestalten oder herstellen
lässt, um ihn unter dem eigenen Namen oder der eigenen Marke in Verkehr zu bringen.
8. Importeur ist jede natürliche oder juristische Person, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit
einen aus einem Drittland stammenden pyrotechnischen Gegenstand oder Satz erstmalig auf dem
Gemeinschaftsmarkt bereitstellt.
9. Inverkehrbringen ist jede entgeltliche oder unentgeltliche erstmalige Bereitstellung eines
pyrotechnischen Gegenstandes oder Satzes zum Zweck des Vertriebs oder der Verwendung auf
dem Gemeinschaftsmarkt.
10. Juristische Person ist auch eine eingetragene Personengesellschaft.
11. Nettoexplosivstoffmasse ist die Summe der Massen aller Sätze in einem pyrotechnischen
Gegenstand ohne Anzündung.
12. Pyrotechnische Gegenstände für Bühne und Theater sind pyrotechnische Gegenstände, die für die
Verwendung auf Bühnen im Innen- und Außenbereich sowie bei Film- und Fernsehproduktionen
oder für einen ähnlichen Verwendungszweck bestimmt sind.
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13. Pyrotechnische Gegenstände für Fahrzeuge sind Komponenten von Sicherheitsvorrichtungen in
Fahrzeugen, die pyrotechnische Stoffe enthalten, die zur Aktivierung dieser oder anderer
Vorrichtungen verwendet werden.
14. Pyrotechnischer Gegenstand ist jeder Gegenstand, der einen oder mehrere pyrotechnische Sätze
enthält, einschließlich Anzündmittel sowie geformte Pulverkörper oder geformte Sätze (Halboder
Vorerzeugnisse).
15. Sachkunde ist die Summe jener chemischen, physikalischen, technischen und rechtlichen
Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten, die erforderlich sind, um pyrotechnische Gegenstände
der Kategorie F3 entsprechend den Bestimmungen dieses Gesetzes sowie den darauf beruhenden
Verordnungen und Bescheiden besitzen und verwenden zu dürfen.
16. Sätze sind lose Stoffe oder Stoffgemische, die infolge einer selbstunterhaltenden exothermen,
chemischen Reaktion eine Wirkung in Form von Wärme, Licht, Schall, Gas, Nebel, Rauch,
Bewegung, Druck oder Reiz oder eine Kombination dieser Wirkungen erzielen.
17. Sonstige pyrotechnische Gegenstände sind alle pyrotechnischen Gegenstände, die keine
Feuerwerkskörper und keine pyrotechnischen Gegenstände für Bühne und Theater sind.
2. Abschnitt
Zuständigkeit und Instanzenzug
Zuständigkeit
§ 5. (1) Behörde im Sinne dieses Bundesgesetzes ist die Bezirksverwaltungsbehörde, im
Wirkungsbereich einer Bundespolizeidirektion diese.
(2) Die örtliche Zuständigkeit richtet sich
1. bei
a) natürlichen Personen nach dem Hauptwohnsitz, in Ermangelung eines solchen nach einem
sonstigen Wohnsitz, sonst nach dem Aufenthalt,
b) juristischen Personen nach ihrem Sitz im Inland,
2. bei Bewilligungsansuchen nach §§ 28, 29, 32, 37 oder 39 nach dem Ort der beabsichtigten
Verwendung,
3. sonst nach dem Anlass des behördlichen Einschreitens.
Instanzenzug
§ 6. (1) Über Berufungen gegen Bescheide der Bezirksverwaltungsbehörden und
Bundespolizeidirektionen entscheidet
1. die Sicherheitsdirektion,
2. in Verwaltungsstrafverfahren der Unabhängige Verwaltungssenat.
(2) Gegen Entscheidungen der Sicherheitsdirektion ist keine Berufung zulässig.
3. Abschnitt
Behördenbefugnisse
Berechtigungskontrolle
§ 7. Aufgrund dieses Bundesgesetzes erlassene Bescheide, die zu Besitz und Verwendung
pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze berechtigen, sind bei Transport oder Verwendung der von diesen
Berechtigungen erfassten pyrotechnischen Gegenstände oder Sätze im Original oder in Kopie
mitzuführen und den Sicherheitsbehörden, den Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes sowie den
Zollbehörden und ihren Organen im Rahmen der diesen gemäß § 29 des Zollrechts-
Durchführungsgesetzes, BGBl. Nr. 659/1994, eingeräumten Befugnisse auf Verlangen auszuhändigen.
Entziehung
§ 8. (1) Nach diesem Bundesgesetz erteilte Bewilligungen oder ausgestellte Pyrotechnik-Ausweise
sind zu entziehen, wenn nachträglich Umstände eintreten oder bekannt werden, bei deren Vorliegen oder
Bekanntsein die Bewilligung nicht erteilt oder der Pyrotechnik-Ausweis nicht ausgestellt worden wäre.
(2) Entzogene Bewilligungen oder Pyrotechnik-Ausweise sind unverzüglich bei der Behörde
abzugeben. Betroffene haben binnen zwei Wochen nach Eintritt der Rechtskraft des
Entziehungsbescheides
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1. der Behörde nachzuweisen, dass sie die in ihrem Besitz befindlichen pyrotechnischen
Gegenstände und Sätze der Kategorien F3, F4, T2, P2 und S2 einem zum Besitz und zur
Verwendung Befugten überlassen haben, oder
2. die in ihrem Besitz befindlichen pyrotechnischen Gegenstände und Sätze der Kategorien F3, F4,
T2, P2 und S2 der Behörde zu übergeben.
Kommt der Betroffene diesen Verpflichtungen nicht nach, ist die Behörde ermächtigt, aufgrund der
§§ 28, 29, 32, 37 oder 39 erlassene Bescheide, den Pyrotechnik-Ausweis sowie die in seinem Besitz
befindlichen pyrotechnischen Gegenstände und Sätze der Kategorien F3, F4, T2, P2 und S2
sicherzustellen. Für die mit der Sicherstellung betrauten Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes gilt
§ 50 SPG. Das Eigentum an den sichergestellten pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen geht mit dem
Zeitpunkt der Sicherstellung auf den Bund über.
Durchsuchung
§ 9. Die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sind ermächtigt,
1. Personen, von diesen mitgeführte Behältnisse sowie
2. Grundstücke, Räume, Luft-, Land- und Wasserfahrzeuge
zu durchsuchen, wenn aufgrund eines konkreten Hinweises oder sonstiger bestimmter Tatsachen der
dringende Verdacht besteht, dass diesem Bundesgesetz, darauf beruhenden Verordnungen oder
Bescheiden zuwidergehandelt wird. Bei Durchsuchungen nach Z 1 haben sich die Organe des
öffentlichen Sicherheitsdienstes auf eine Durchsuchung der Kleidung und mitgeführten Behältnisse sowie
eine Besichtigung des Körpers zu beschränken. § 50 des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG), BGBl.
Nr. 566/1991, gilt.
Übermittlung personenbezogener Daten
§ 10. (1) Die Behörden sind ermächtigt, über Anfrage im Einzelfall von ihnen in Vollziehung dieses
Bundesgesetzes verarbeitete Daten an Gerichte, Sicherheitsbehörden und staatsanwaltschaftliche
Behörden für deren Tätigkeit im Dienste der Strafrechtspflege sowie an Sicherheitsbehörden in
Angelegenheiten der Sicherheitsverwaltung zu übermitteln, soweit sie diese Daten zur Erfüllung ihrer
gesetzmäßigen Aufgaben benötigen. Sonstige Übermittlungen sind nur zulässig, wenn hiefür eine
ausdrückliche gesetzliche Ermächtigung besteht.
(2) Die zur Vollziehung des § 40 berufenen Behörden sind ermächtigt, Namen, Geburtsdatum und
Wohnanschrift einer Person,
1. die wegen einer in Zusammenhang mit einer Fußballsportveranstaltung erfolgten Übertretung
einer pyrotechnikrechtlichen Bestimmung rechtskräftig bestraft wurde und
2. von der aufgrund bestimmter Tatsachen anzunehmen ist, dass sie weitere derartige Übertretungen
in Zusammenhang mit Fußballsportveranstaltungen begehen wird,
an den Österreichischen Fußballbund sowie die Österreichische Fußball-Bundesliga zur Prüfung und
Veranlassung eines Sportstättenbetretungsverbotes unter Angabe der übertretenen Verwaltungsvorschrift
gemäß Z 1 zu übermitteln. Liegt der Eintritt der Rechtskraft der Bestrafung des Betroffenen mehr als
18 Monate zurück, ist eine Datenübermittlung unzulässig.
(3) Übermittlungen gemäß Abs. 2 sind erst zulässig, wenn sich der Österreichische Fußballbund und
die Österreichische Fußball-Bundesliga vertraglich gegenüber dem Bundesminister für Inneres
verpflichtet haben,
1. die Daten nur zum festgelegten Zweck, in ihrem Wirkungsbereich und im Einklang mit den
Bestimmungen des Datenschutzgesetzes 2000, BGBl. I Nr. 165/1999 (DSG 2000), zu
verwenden,
2. die Daten gemäß den Bestimmungen des § 14 DSG 2000 vor unberechtigter Verwendung zu
sichern, insbesondere durch organisatorische und technische Vorkehrungen sicherzustellen, dass
der Zutritt zu Räumen, in denen sich eine Zugriffsmöglichkeit auf die übermittelten Daten
befindet, nur von in ihrem Auftrag Tätigen möglich ist,
3. ihren Löschungsverpflichtungen gemäß Abs. 4 nachzukommen,
4. jede Abfrage und Übermittlung der Daten in ihrem Wirkungsbereich zu protokollieren und
5. den Sicherheitsbehörden Zutritt zu Räumen und Zugriff auf Datenverarbeitungsgeräte zu
gewähren und ihnen auf Verlangen die notwendigen Auskünfte zu erteilen, soweit dies zur
Überprüfung der Einhaltung der in Z 1 bis 4 normierten Pflichten erforderlich ist.
Vor Abschluss des Vertrages durch den Bundesminister für Inneres ist der Datenschutzrat zu hören.
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(4) Von der Behörde gemäß Abs. 2 übermittelte Daten sowie vom Vertragspartner gemäß Abs. 3 Z 4
angefertigte Protokolle sind vom Österreichischen Fußballbund und der Österreichischen Fußball-
Bundesliga mit Ablauf eines gemäß Abs. 2 verhängten Sportstättenbetretungsverbotes, spätestens aber
nach Ablauf von zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Übermittlung zu löschen. Hat der jeweilige
Vertragspartner innerhalb von sechs Monaten ab dem Zeitpunkt der Übermittlung kein
Sportstättenbetretungsverbot gegen den Betroffenen verhängt, sind die Daten und Protokolle mit Ablauf
dieser Frist zu löschen.
(5) Der Betroffene ist von der Behörde von Datenübermittlungen nach Abs. 2 schriftlich zu
verständigen.
(6) Sicherheitsbehörden sind ermächtigt zu überprüfen, ob die Vertragspartner ihren Pflichten nach
Abs. 3 Z 1 bis 4 nachkommen. Kommt ein Vertragspartner einer Pflicht nach Abs. 3 nicht nach, ist eine
erneute Datenübermittlung an diesen erst nach Ablauf von drei Jahren ab Feststellung der
Vertragsverletzung zulässig.
4. Abschnitt
Kategorisierung
Kategorisierung der Feuerwerkskörper
§ 11. Feuerwerkskörper werden entsprechend ihrer Verwendungsart oder ihrem Zweck und dem
Grad ihrer Gefährlichkeit einschließlich ihres Lärmpegels unterteilt in:
1. Kategorie F1: Feuerwerkskörper, die eine sehr geringe Gefahr darstellen, einen
vernachlässigbaren Lärmpegel besitzen und die in geschlossenen Bereichen verwendet werden
können, einschließlich Feuerwerkskörper, die zur Verwendung innerhalb von Wohngebäuden
vorgesehen sind;
2. Kategorie F2: Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen, einen geringen Lärmpegel
besitzen und die zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen sind;
3. Kategorie F3: Feuerwerkskörper, die eine mittlere Gefahr darstellen, die zur Verwendung in
weiten, offenen Bereichen im Freien vorgesehen sind und deren Lärmpegel die menschliche
Gesundheit nicht gefährdet;
4. Kategorie F4: Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen, nur zur Verwendung durch
Personen mit entsprechenden Fachkenntnissen vorgesehen sind und deren Lärmpegel die
menschliche Gesundheit nicht gefährdet.
Kategorisierung der pyrotechnischen Gegenstände für Bühne und Theater
§ 12. Pyrotechnische Gegenstände für Bühne und Theater werden entsprechend ihrer
Verwendungsart oder ihrem Zweck und dem Grad ihrer Gefährlichkeit einschließlich ihres Lärmpegels
unterteilt in:
1. Kategorie T1: Pyrotechnische Gegenstände für die Verwendung auf Bühnen und in Theatern, die
eine geringe Gefahr darstellen;
2. Kategorie T2: Pyrotechnische Gegenstände für die Verwendung auf Bühnen und in Theatern, die
nur von Personen mit Fachkenntnissen verwendet werden dürfen.
Kategorisierung sonstiger pyrotechnischer Gegenstände
§ 13. Von §§ 11 und 12 nicht erfasste pyrotechnische Gegenstände werden entsprechend ihrer
Verwendungsart oder ihrem Zweck und dem Grad ihrer Gefährlichkeit einschließlich ihres Lärmpegels
unterteilt in:
1. Kategorie P1: Sonstige pyrotechnische Gegenstände, die eine geringe Gefahr darstellen;
2. Kategorie P2: Sonstige pyrotechnische Gegenstände, die zur Verwendung Personen mit
Fachkenntnissen vorbehalten sind.
Kategorisierung der pyrotechnischen Sätze
§ 14. (1) Pyrotechnische Sätze werden entsprechend ihrer Verwendungsart oder ihrem Zweck und
dem Grad ihrer Gefährlichkeit unterteilt in:
1. Kategorie S1: Pyrotechnische Sätze, von denen nur geringe Gefahr ausgeht;
2. Kategorie S2: Pyrotechnische Sätze, die nur von Personen mit Fachkenntnis verwendet werden
dürfen.
(2) Der Bundesminister für Inneres legt mit Verordnung die pyrotechnischen Sätze der Kategorie S1
fest. Die darin nicht genannten Sätze gelten als solche der Kategorie S2.
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5. Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen
Altersbeschränkungen
§ 15. Pyrotechnische Gegenstände und Sätze dürfen nur von Personen besessen und verwendet
werden, die das folgende Lebensjahr vollendet haben:
1. Kategorie F1: 12 Jahre;
2. Kategorien F2 und S1: 16 Jahre;
3. Kategorien F3, F4, T1, T2, P1, P2 und S2: 18 Jahre.
Verlässlichkeit
§ 16. (1) Ein Mensch ist verlässlich, wenn keine Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass er
1. pyrotechnische Gegenstände oder Sätze missbräuchlich oder leichtfertig verwenden wird oder
2. mit pyrotechnischen Gegenständen oder Sätzen nicht sachgemäß umgehen oder diese nicht
sorgfältig verwahren wird oder
3. pyrotechnische Gegenstände oder Sätze Menschen überlassen wird, die zum Besitz derselben
nicht berechtigt sind oder
4. den aus diesem Bundesgesetz, darauf beruhenden Verordnungen oder Bescheiden sich
ergebenden Verpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommen wird.
(2) Ein Mensch ist keinesfalls verlässlich, wenn er
1. suchtkrank ist oder
2. aufgrund einer psychischen oder körperlichen Beeinträchtigung nicht in der Lage ist, mit
pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen entsprechend den Bestimmungen dieses Gesetzes
sowie den darauf beruhenden Verordnungen und Bescheiden umzugehen.
(3) Als nicht verlässlich gilt ein Mensch im Falle einer rechtskräftigen gerichtlichen Verurteilung
wegen
1. einer unter Anwendung oder Androhung von Gewalt begangenen oder mit Gemeingefahr
verbundenen vorsätzlichen strafbaren Handlung, eines Angriffes gegen den Staat oder den
öffentlichen Frieden, Gründung von oder Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung oder
Organisation, Anführung von oder Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung,
Terrorismusfinanzierung, Ansammeln von Kampfmitteln, Sachbeschädigung oder Tierquälerei
zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Monaten oder einer Geldstrafe von mehr als 120
Tagessätzen oder
2. einer Verletzung waffen- oder sprengmittelrechtlicher Bestimmungen oder von Bestimmungen
des Kriegsmaterialgesetzes, BGBl. Nr. 540/1977, oder
3. gewerbsmäßigen, bandenmäßigen oder bewaffneten Schmuggels oder
4. einer nach dem Verbotsgesetz strafbaren Handlung oder
5. einer durch vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Gebrauch von pyrotechnischen Gegenständen
oder Sätzen erfolgten Verletzung oder Gefährdung von Menschen oder
6. einer in Z 1 genannten strafbaren Handlung, sofern er bereits zweimal wegen einer solchen
verurteilt wurde, unabhängig von der Höhe der jeweils verhängten Freiheits- oder Geldstrafe.
(4) Eine gemäß Abs. 3 maßgebliche Verurteilung liegt nicht vor, wenn sie bereits getilgt ist. Trotz
einer nicht getilgten Verurteilung im Sinne des Abs. 3 kann ein Mensch verlässlich sein, wenn das
Gericht nach § 12 des Jugendgerichtsgesetzes 1988 (JGG), BGBl. Nr. 599, vom Ausspruch der Strafe
abgesehen hat; gleiches gilt, wenn das Gericht sich gemäß § 13 JGG den Ausspruch der Strafe
vorbehalten hat oder die Strafe, außer bei Freiheitsstrafen von mehr als sechs Monaten, ganz oder
teilweise bedingt nachgesehen hat, sofern kein nachträglicher Strafausspruch oder kein Widerruf der
bedingten Strafnachsicht erfolgte.
(5) Ein Mensch gilt als nicht verlässlich, wenn er öfter als zweimal rechtskräftig bestraft wurde
wegen schwerwiegender Verwaltungsübertretungen
1. nach pyrotechnikrechtlichen Bestimmungen oder
2. die im Zustand der selbstverschuldeten Berauschung durch vorsätzlichen oder fahrlässigen
Genuss von Alkohol oder den Gebrauch eines anderen berauschenden Mittels begangen wurden,
sofern keine dieser Bestrafungen getilgt ist.
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(6) Ein Mensch gilt als nicht verlässlich, wenn aus Gründen, die in seiner Person liegen, die
Feststellung des für die Verlässlichkeit maßgeblichen Sachverhaltes nicht möglich ist.
(7) Die Behörde hat auf Antrag eine Bescheinigung über die Verlässlichkeit des Antragstellers
auszustellen. Der Antrag ist abzuweisen, wenn der Antragsteller nicht verlässlich ist.
Sachkunde und Fachkenntnis
§ 17. (1) Für Besitz und Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F3 ist der
Nachweis von Sachkunde erforderlich.
(2) Für Besitz und Verwendung nachstehender pyrotechnischer Gegenstände und Sätze ist der
Nachweis von Fachkenntnis erforderlich:
1. pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F4;
2. pyrotechnische Gegenstände der Kategorie T2 einschließlich Sätze der Kategorie S2;
3. pyrotechnische Gegenstände der Kategorie P2.
(3) Sachkunde oder Fachkenntnis im Sinne des Abs. 1 und 2 liegt vor
1. nach erfolgreicher Teilnahme an einem Pyrotechnik-Lehrgang für die entsprechende Kategorie
bei einem staatlichen oder staatlich anerkannten Lehrgangsträger oder
2. bei einer Gewerbeberechtigung für die Erzeugung pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze
hinsichtlich der jeweiligen Kategorie, der die hergestellten Gegenstände oder Sätze zuzurechnen
sind; bei der Erzeugung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie P2 gilt dies nur bezüglich
der Art (Produktgruppe), der der hergestellte Gegenstand zuzurechnen ist, oder
3. hinsichtlich pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie P2 nach Glaubhaftmachung
ausreichender Fachkenntnis betreffend den Umgang mit der konkreten Art (Produktgruppe)
gegenüber der Behörde.
(4) Darüber hinaus liegt bei Nachweis der
1. Sachkunde über pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F3 auch Fachkenntnis über
Anzündmittel der Kategorie P2,
2. Fachkenntnis über pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F4 auch Sachkunde über
pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F3 sowie Fachkenntnis über Anzündmittel der
Kategorie P2 und
3. Fachkenntnis über pyrotechnische Gegenstände der Kategorie T2 auch Fachkenntnis über
Anzündmittel der Kategorie P2 und pyrotechnische Sätze der Kategorie S2
vor.
(5) Die Behörde hat auf Antrag eines Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU oder eines
Vertragsstaates des EWR eine in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder einem anderen Vertragsstaat
des EWR absolvierte Ausbildung oder ausgeübte berufliche Tätigkeit als ausreichenden Nachweis der
Sachkunde gemäß Abs. 1 oder Fachkenntnis gemäß Abs. 2 mit Bescheid anzuerkennen, wenn
1. die absolvierte Ausbildung den in Abs. 3 Z 1 genannten Lehrgängen im Wesentlichen
gleichwertig ist oder
2. die Person in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder einem anderen Vertragsstaat des EWR
berechtigt ist, ein in Abs. 3 Z 2 genanntes Gewerbe auszuüben.
Der Bescheid, mit dem eine Ausbildung oder eine berufliche Tätigkeit gemäß Z 1 oder 2 anerkannt wird,
gilt als Nachweis der entsprechenden Sachkunde oder Fachkenntnis.
Lehrgänge und Lehrgangsträger
§ 18. (1) Zur Durchführung von Lehrgängen im Sinne des § 17 Abs. 3 Z 1 und damit in
Zusammenhang stehenden Abschlussprüfungen sind berechtigt
1. die Sicherheitsakademie (§ 11 SPG) und
2. die mit Bescheid des Bundesministers für Inneres anerkannten Ausbildungseinrichtungen
(staatlich anerkannte Lehrgangsträger).
Die Anforderungen, die Lehrgangsträger hinsichtlich Lehrgangsorganisation, Lehrpersonal, Lehrpläne,
Einrichtungen, Lehrmittel, Prüfungen, Zeugnisausstellung und -gestaltung erfüllen müssen, werden durch
Verordnung des Bundesministers für Inneres festgelegt.
(2) Gemäß Abs. 1 Z 2 anerkannte Lehrgangsträger unterliegen hinsichtlich der Durchführung von
Lehrgängen im Sinne des § 17 Abs. 3 Z 1 der Aufsicht des Bundesministers für Inneres.
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(3) Der Bundesminister für Inneres hat ein Register der staatlich anerkannten Lehrgangsträger zu
führen und in geeigneter Weise eine Liste dieser Ausbildungseinrichtungen zur öffentlichen Einsicht
aufzulegen.
(4) Zur Teilnahme an einem Pyrotechnik-Lehrgang zur Erlangung von Sachkunde oder Fachkenntnis
im Sinne des § 17 Abs. 1 oder 2 dürfen staatliche oder staatlich anerkannte Lehrgangsträger nur Personen
zulassen, die
1. das nach § 15 für die entsprechende Kategorie erforderliche Lebensjahr vollendet haben und
2. eine innerhalb der letzten drei Monate ausgestellte Bescheinigung gemäß § 16 Abs. 7 beibringen.
Pyrotechnik-Ausweis
§ 19. (1) Die Behörde hat auf Antrag einen Pyrotechnik-Ausweis für eine oder mehrere der
betreffenden Kategorien auszustellen, wenn der Antragsteller
1. das nach § 15 erforderliche Lebensjahr vollendet hat,
2. im Falle des Nachweises von Sachkunde oder Fachkenntnis gemäß § 17 Abs. 3 Z 2 oder 3
verlässlich ist (§ 16) und
3. Sachkunde oder Fachkenntnis gemäß § 17 Abs. 3 oder 5 für die beantragte Kategorie nachweist.
Der Antrag ist abzuweisen, wenn eine der Voraussetzungen der Z 1 bis 3 nicht vorliegt.
(2) Der Pyrotechnik-Ausweis hat Namen, Geburtsdatum und Lichtbild des Antragstellers, die
betreffenden Kategorien unter Beachtung des § 17 Abs. 4, im Falle der Kategorie P2 zusätzlich die
jeweilige Art (Produktgruppe), die Bezeichnung der ausstellenden Behörde und das Datum der
Ausstellung zu enthalten sowie entsprechende Sicherheitsmerkmale aufzuweisen. Die nähere Gestaltung
des Pyrotechnik-Ausweises wird durch Verordnung des Bundesministers für Inneres bestimmt.
(3) Die Behörde ist ermächtigt, bei Verfahren zur Ausstellung des Pyrotechnik-Ausweises
personenbezogene Daten automationsunterstützt zu verarbeiten. Verfahrensdaten sind zu löschen, sobald
sie nicht mehr benötigt werden, spätestens aber vier Jahre nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung
oder Erledigung eines Antrages.
(4) Für die drucktechnische und elektronische Einbringung der Daten in den Pyrotechnik-Ausweis
bedienen sich die Behörden eines gemeinsamen Dienstleisters. Dieser hat die ihm überlassenen Daten zu
löschen, sobald er diese nicht mehr benötigt, spätestens jedoch nach Ablauf von zwei Monaten nach
Versendung des Pyrotechnik-Ausweises. Der Dienstleister hat die Versendung des Pyrotechnik-
Ausweises entsprechend der Zustellverfügung der Behörde für diese zu veranlassen.
(5) Inhaber eines Pyrotechnik-Ausweises haben der Behörde binnen vier Wochen die erfolgte
Verlegung des Hauptwohnsitzes, in Ermangelung eines solchen die Verlegung eines sonstigen
Wohnsitzes unter Angabe der ausstellenden Behörde zu melden.
Besitz und Innehabung
§ 20. (1) Die in diesem Bundesgesetz enthaltenen Bestimmungen über den Besitz gelten auch für die
Innehabung.
(2) Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes über Besitz und Verwendung gelten nicht für
1. Mitarbeiter von Unternehmen, die pyrotechnische Gegenstände oder Sätze besitzen und
verwenden dürfen, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit und
2. Personen, die unter Aufsicht und nach Anweisung eines zum Besitz und zur Verwendung
Berechtigten anlässlich der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze untergeordnete
Hilfstätigkeiten verrichten.
2. HAUPTSTÜCK
INVERKEHRBRINGEN UND MARKTÜBERWACHUNG
1. Abschnitt
Pflichten des Herstellers, Importeurs und Händlers
Pflichten des Herstellers
§ 21. (1) Der Hersteller ist verpflichtet sicherzustellen, dass in Verkehr gebrachte pyrotechnische
Gegenstände den
1. grundlegenden Sicherheitsanforderungen gemäß Anhang I der Richtlinie 2007/23/EG oder
BGBl. I - Ausgegeben am 30. Dezember 2009 - Nr. 131 11 von 20
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2. im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten harmonisierten Europäischen Normen
entsprechen.
(2) Ferner muss der Hersteller vor dem Inverkehrbringen
1. pyrotechnische Gegenstände nach ihrer Verwendungsart oder ihrem Zweck und dem Grad ihrer
Gefährlichkeit einschließlich ihres Lärmpegels in Kategorien gemäß §§ 11 bis 13 einteilen,
2. die pyrotechnischen Gegenstände einer benannten Stelle vorlegen, die eine
Konformitätsbewertung gemäß Abs. 3 durchführt, und
3. nach Abschluss der Konformitätsbewertung und Erhalt einer Konformitätsbescheinigung von der
benannten Stelle ein CE-Kennzeichen gemäß § 22 an den pyrotechnischen Gegenständen
anbringen sowie eine Kennzeichnung der pyrotechnischen Gegenstände gemäß §§ 23 oder 24
Abs. 1 bis 5 vornehmen.
(3) Bei der Bewertung der Konformität pyrotechnischer Gegenstände muss eines der folgenden
Verfahren durchgeführt werden:
1. das EG-Baumusterprüfverfahren (Modul B) nach Anhang II Abschnitt 1 der
Richtlinie 2007/23/EG und, nach Wahl des Herstellers, entweder
a) das Verfahren zur Prüfung der Baumusterkonformität (Modul C) nach Anhang II Abschnitt 2
der Richtlinie 2007/23/EG oder
b) das Verfahren zur Qualitätssicherung der Produktion (Modul D) nach Anhang II Abschnitt 3
der Richtlinie 2007/23/EG oder
c) das Verfahren zur Qualitätssicherung des Produkts (Modul E) nach Anhang II Abschnitt 4 der
Richtlinie 2007/23/EG; oder
2. das Verfahren zur Einzelprüfung (Modul G) nach Anhang II Abschnitt 5 der
Richtlinie 2007/23/EG oder
3. das Verfahren der umfassenden Qualitätssicherung des Produkts (Modul H) nach Anhang II
Abschnitt 6 der Richtlinie 2007/23/EG, soweit es pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F4
betrifft.
Anbringen des CE-Kennzeichens
§ 22. (1) Nach erfolgreichem Abschluss der Konformitätsbewertung hat der Hersteller das CEKennzeichen
sichtbar, lesbar und dauerhaft auf den pyrotechnischen Gegenständen selbst oder, falls dies
nicht möglich ist, auf einem daran angebrachten Kennzeichnungsschild oder auf der Verpackung
anzubringen. Das Kennzeichnungsschild ist so auszulegen, dass es nicht wieder verwendet werden kann.
Das für das CE-Kennzeichen zu verwendende Muster muss dem Anhang IV der Richtlinie 2007/23/EG
entsprechen.
(2) Zeichen oder Aufschriften, die geeignet sind, Dritte über die Bedeutung und die Form des CEKennzeichens
irrezuführen, dürfen auf pyrotechnischen Gegenständen, auf daran angebrachten
Kennzeichnungsschildern oder der Verpackung nicht angebracht werden. Andere Zeichen dürfen auf
pyrotechnischen Gegenständen, auf daran angebrachten Kennzeichnungsschildern oder der Verpackung
angebracht werden, wenn Sichtbarkeit und Lesbarkeit des CE-Kennzeichens nicht beeinträchtigt werden.
(3) Wenn pyrotechnische Gegenstände anderen Rechtsvorschriften unterliegen, die das Anbringen
des CE-Kennzeichens vorschreiben, ist auf der Kennzeichnung nach diesem Bundesgesetz anzugeben,
dass von diesen Gegenständen angenommen wird, dass sie auch den Bestimmungen der anderen, für sie
geltenden Rechtsvorschriften entsprechen.
Kennzeichnung pyrotechnischer Gegenstände für Fahrzeuge
§ 23. (1) Die Kennzeichnung pyrotechnischer Gegenstände für Fahrzeuge umfasst
1. den Namen des Herstellers oder, wenn der Hersteller nicht in der Gemeinschaft niedergelassen
ist, den Namen des Importeurs,
2. den Namen und den Typ des Gegenstandes und
3. Sicherheitshinweise.
(2) Ist auf dem Gegenstand nicht genügend Platz für die nach Abs. 1 erforderliche Kennzeichnung
vorhanden, muss die Verpackung mit den entsprechenden Informationen versehen werden.
Kennzeichnung anderer pyrotechnischer Gegenstände und pyrotechnischer Sätze
§ 24. (1) Der Hersteller hat sicherzustellen, dass pyrotechnische Gegenstände, ausgenommen jene
für Fahrzeuge, die im Bundesgebiet an Endverbraucher überlassen werden, in deutscher Sprache richtig,
sichtbar, lesbar und dauerhaft gekennzeichnet sind.
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(2) Die Kennzeichnung gemäß Abs. 1 muss mindestens enthalten
1. den Namen und die Adresse des Herstellers oder, wenn der Hersteller nicht in der Gemeinschaft
niedergelassen ist, den Namen des Herstellers sowie den Namen und die Adresse des Importeurs,
2. den Namen und den Typ des Gegenstandes,
3. die betreffende Altersgrenze nach § 15,
4. die jeweilige Kategorie,
5. Gebrauchsanweisungen,
6. die Nettoexplosivstoffmasse und
7. bei Feuerwerkskörpern der Kategorien F3 und F4 zusätzlich das Herstellungsjahr.
(3) Feuerwerkskörper müssen zusätzlich die folgenden Mindestinformationen enthalten:
1. Kategorie F1: gegebenenfalls „nur zur Verwendung im Freien“ und einen
Mindestsicherheitsabstand;
2. Kategorie F2: „nur zur Verwendung im Freien“ und gegebenenfalls einen
Mindestsicherheitsabstand;
3. Kategorie F3: „nur zur Verwendung im Freien“ und einen Mindestsicherheitsabstand;
4. Kategorie F4: „zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen“ und einen
Mindestsicherheitsabstand.
(4) Pyrotechnische Gegenstände für Bühne und Theater müssen zusätzlich die folgenden
Mindestinformationen enthalten:
1. Kategorie T1: gegebenenfalls „nur zur Verwendung im Freien“ und einen
Mindestsicherheitsabstand;
2. Kategorie T2: „zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen“ und einen
Mindestsicherheitsabstand.
(5) Falls auf dem pyrotechnischen Gegenstand nicht genügend Platz für die nach den Abs. 1 bis 4
erforderliche Kennzeichnung vorhanden ist, müssen die Informationen auf der kleinsten
Verpackungseinheit angebracht werden.
(6) Die Kennzeichnung pyrotechnischer Sätze, die im Bundesgebiet an Endverbraucher überlassen
werden, muss Name und Typ des Satzes, die jeweilige Kategorie sowie eine Gebrauchsanweisung
enthalten. Sie muss in deutscher Sprache erfolgen und ist auf der kleinsten Verpackungseinheit
anzubringen.
Pflichten des Importeurs und Händlers
§ 25. (1) Ist der Hersteller nicht in der Gemeinschaft niedergelassen, treffen die dem Hersteller nach
diesem Bundesgesetz obliegenden Verpflichtungen den Importeur.
(2) Händler haben stichprobenartig zu überprüfen, ob pyrotechnische Gegenstände ein CEKennzeichen
tragen und eine Kennzeichnung gemäß §§ 23 oder 24 Abs. 1 bis 5 aufweisen und ob
pyrotechnische Sätze gemäß § 24 Abs. 6 gekennzeichnet sind.
Inverkehrbringen
§ 26. (1) Pyrotechnische Gegenstände dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn
1. sie den Anforderungen nach § 21 Abs. 1 genügen,
2. ihre Konformität von einer benannten Stelle nach Durchführung eines Verfahrens nach § 21
Abs. 3 bescheinigt wurde,
3. sie mit dem in § 22 beschriebenen CE-Kennzeichen versehen sind und
4. sie eine Kennzeichnung gemäß §§ 23 oder 24 Abs. 1 bis 5 aufweisen.
(2) Pyrotechnische Sätze dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie eine Kennzeichnung
gemäß § 24 Abs. 6 aufweisen.
2. Abschnitt
Marktüberwachung
Marktüberwachung
§ 27. (1) Der Behörde obliegt die Marktüberwachung hinsichtlich der Überprüfung, ob nur
pyrotechnische Gegenstände und Sätze in Verkehr gebracht werden, die den Anforderungen des § 26
entsprechen. Sie ist ermächtigt, die hiezu erforderlichen Untersuchungen und Handlungen bei Herstellern,
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Importeuren und Händlern durchzuführen, wie insbesondere Produktionsstätten, Lager und sonstige
Geschäftsräume zu betreten, Stichproben zu ziehen sowie in die einschlägigen Geschäftsunterlagen
Einsicht zu nehmen.
(2) Soweit pyrotechnische Gegenstände oder Sätze den Voraussetzungen für ihr Inverkehrbringen
nicht entsprechen und dadurch Leben, Gesundheit, Eigentum von Menschen oder die öffentliche
Sicherheit gefährdet sein könnte, hat die Behörde dem Hersteller, Importeur oder Händler
1. das Überlassen solcher Gegenstände und Sätze zu untersagen und
2. aufzutragen, bereits überlassene pyrotechnische Gegenstände und Sätze zurückzurufen.
Bei Gefahr im Verzug hat die Behörde eine Sicherstellung der pyrotechnischen Gegenstände und Sätze
anzuordnen.
(3) Personen, die pyrotechnische Gegenstände oder Sätze herstellen, importieren oder mit diesen
handeln, sind verpflichtet, der Behörde Zutritt zu den betrieblichen Räumlichkeiten zu gewähren sowie
die für die Zwecke der Durchführung der Marktüberwachung erforderlichen Unterlagen, Informationen
und Proben unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
(4) Stellt die Behörde fest, dass ein Hersteller, Importeur oder Händler seinen Pflichten nach diesem
Bundesgesetz nicht nachkommt, hat sie die Gewerbebehörde davon zu verständigen.
(5) Von Maßnahmen gemäß Abs. 2 Z 1 können auch pyrotechnische Gegenstände und Sätze erfasst
werden, deren Überlassung von den Zollbehörden gemäß Art. 27 Abs. 3 der Verordnung (EG)
Nr. 765/2008 über die Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang
mit der Vermarktung von Produkten und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 339/93 des Rates,
ABl. Nr. L 218 vom 13.08.2008 S. 30, ausgesetzt worden ist. Die betreffenden pyrotechnischen
Gegenstände und Sätze sind diesfalls in vorübergehender Verwahrung gemäß Art. 50 der Verordnung
(EWG) Nr. 2913/92 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften, ABl. Nr. L 302 vom 19.10.1992
S. 1 (Zollkodex), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1791/2006, ABl. Nr. L 363 vom
20.12.2006 S. 1, in der Fassung der Berichtigung ABl. Nr. L 205 vom 22.07.1998 S. 75, zu belassen.
3. HAUPTSTÜCK
BESITZ, VERWENDUNG UND ÜBERLASSUNG
1. Abschnitt
Besitz und Verwendung
Besitz und Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze
§ 28. (1) Besitz und Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze der Kategorien F3, F4, T2
und S2 sowie von Anzündmitteln der Kategorie P2 sind nur aufgrund einer behördlichen Bewilligung
erlaubt. Die Bewilligung ist zu erteilen, wenn
1. bei Antragstellung durch eine natürliche Person
a) der Antragsteller oder
b) ein vom Antragsteller bekannt gegebener, mit der Verwendung beauftragter Verantwortlicher,
der die Voraussetzungen des § 9 Abs. 4 des Verwaltungsstrafgesetzes 1991 (VStG),
BGBl. Nr. 52, erfüllt, oder
2. bei Antragstellung durch eine juristische Person ein mit der Verwendung beauftragter
Verantwortlicher gemäß Z 1 lit. b
über einen Pyrotechnik-Ausweis für die beantragten Kategorien verfügt und unter Bedachtnahme auf die
Umstände der beabsichtigten Verwendung der pyrotechnischen Gegenstände und Sätze gewährleistet ist,
dass Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit
sowie unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden.
(2) Besitz und Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie P2, mit Ausnahme
pyrotechnischer Anzündmittel, sind nur aufgrund einer behördlichen Bewilligung erlaubt. Die
Bewilligung ist nach Glaubhaftmachung eines Bedarfs für eine bestimmte Art (Produktgruppe) von
pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie P2 zu erteilen, wenn die Person gemäß Abs. 1 Z 1 lit. a oder
b oder Z 2 über einen Pyrotechnik-Ausweis für die beantragte Art (Produktgruppe) der Kategorie P2
verfügt und unter Bedachtnahme auf die Umstände der beabsichtigten Verwendungen der
pyrotechnischen Gegenstände, insbesondere die beantragten Verwendungsorte oder -gebiete und
Verwendungszeiten gewährleistet ist, dass Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von
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Menschen oder der öffentlichen Sicherheit sowie unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden.
Die Berechtigung kann in Form einer Dauerbewilligung erteilt werden.
(3) Die Behörde hat Ort und Zeit der Verwendung sowie Anzahl und Kategorien der bewilligten
pyrotechnischen Gegenstände und Sätze, bei Anträgen nach Abs. 2 zusätzlich die Art der betreffenden
Produktgruppe, im Bewilligungsbescheid nach Abs. 1 oder 2 anzuführen und mit diesem die zur
Vermeidung von Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der
öffentlichen Sicherheit sowie von unzumutbaren Lärmbelästigungen erforderlichen Auflagen,
Bedingungen und Befristungen, insbesondere betreffend die Art der Lagerung vor der Verwendung und
die Einhaltung von Sicherheitsabständen, vorzuschreiben.
(4) Im Rahmen einer bewilligten Verwendung nach Abs. 1 dürfen pyrotechnische Gegenstände der
Kategorien F1, F2, T1 und P1, Anzündmittel der Kategorie P2 und Sätze der Kategorie S1 mitverwendet
werden.
Böllerschießen
§ 29. (1) Das Böllerschießen ist nur
1. unter Verwendung von Böller- (Salut-) Kanonen mit Böllerpatronen und
2. aufgrund einer besonderen Bewilligung
gestattet.
(2) Eine Bewilligung nach Abs. 1 ist zu feierlichen oder festlichen Anlässen, bei denen das
Böllerschießen Brauchtum darstellt, auf Antrag Personen zu erteilen, die
1. das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2. verlässlich sind und
3. über die erforderlichen schießtechnischen Kenntnisse in Bezug auf die Böllerkanone und die zu
verwenden beabsichtigten Böllerpatronen verfügen,
sofern unter Bedachtnahme auf Ort und Zeit des beabsichtigten Böllerschießens gewährleistet ist, dass
Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit
sowie unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden.
(3) Schießtechnische Kenntnisse im Sinne des Abs. 2 Z 3 liegen vor, wenn der Antragsteller über
Fachwissen hinsichtlich der Funktionsweise und Wirkung der verfahrensgegenständlichen Böllergeräte
gemäß Abs. 1 Z 1 verfügt.
(4) Die Behörde hat Ort und Zeit des Böllerschießens im Bewilligungsbescheid anzuführen und mit
diesem die zur Vermeidung von Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder
der öffentlichen Sicherheit sowie von unzumutbaren Lärmbelästigungen erforderlichen Auflagen,
Bedingungen und Befristungen vorzuschreiben.
(5) Abs. 1 gilt nicht für das Böllerschießen mit
1. Prangerstutzen im Rahmen der Brauchtumspflege und
2. pyrotechnischen Gegenständen im Sinne des § 11.
2. Abschnitt
Überlassung, Erbschaft und Vermächtnis
Überlassung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze
§ 30. (1) Pyrotechnische Gegenstände und Sätze der Kategorien F1, F2, T1, P1 und S1 dürfen nur
Personen überlassen werden, die das nach § 15 maßgebliche Lebensjahr vollendet haben. Pyrotechnische
Gegenstände und Sätze der Kategorien F3, F4, T2, P2 und S2 dürfen nur Personen überlassen werden, die
über eine entsprechende und noch nicht in Anspruch genommene Berechtigung verfügen.
(2) Der Bescheid, mit dem eine Besitzberechtigung erteilt wurde, ist beim Erwerb pyrotechnischer
Gegenstände oder Sätze, auf die er lautet, demjenigen, der solche Gegenstände oder Sätze überlässt,
vorzuweisen und von diesem mit seinem Namen, seiner Anschrift, dem Datum der Überlassung sowie
Art, Kategorien und jeweilige Anzahl der überlassenen pyrotechnischen Gegenstände und Sätze zu
versehen.
Erbschaft und Vermächtnis
§ 31. Befinden sich im Nachlass eines Verstorbenen pyrotechnische Gegenstände oder Sätze der
Kategorien F3, F4, T2, P2 oder S2, ist der Erbe oder Vermächtnisnehmer verpflichtet, binnen sechs
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Monaten ab Kenntnis seiner Rechtsnachfolge eine Besitzberechtigung zu erlangen oder diese einem zum
Besitz und zur Verwendung Berechtigten zu überlassen.
4. HAUPTSTÜCK
VERBOTE
Pyrotechnische Gegenstände und Sätze ohne CE-Kennzeichen oder Kennzeichnung
§ 32. (1) Besitz und Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen, die § 26 Abs. 1
Z 3 und 4 und Abs. 2 nicht entsprechen, sind verboten.
(2) Abs. 1 gilt nicht für
1. Personen, die nach gewerberechtlichen Vorschriften zur Erzeugung von und zum Handel mit
pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen berechtigt sind (Hersteller und Händler), und
2. gewerbliche Importeure,
insoweit sie die pyrotechnischen Gegenstände und Sätze noch nicht in Verkehr gebracht haben und diese
ausschließlich im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit besitzen und verwenden.
(3) Abweichend von Abs. 1 kann die Behörde auf Antrag Besitz und Verwendung pyrotechnischer
Gegenstände und Sätze im Sinne des Abs. 1 bewilligen, wenn
1. der Antragsteller glaubhaft macht, dass diese nicht an Dritte überlassen werden,
2. ihre Verwendung für die Erzielung eines szenischen Effektes im Rahmen einer konkreten,
international produzierten Bühnen-, Theater- oder Musikvorführung oder Filmproduktion
erforderlich ist,
3. der beabsichtigte Effekt nicht durch Verwendung diesem Bundesgesetz entsprechender
pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze oder sonstiger zulässiger Techniken, Methoden oder
Verfahren erzielt werden kann,
4. die Person gemäß § 28 Abs. 1 Z 1 lit. a oder b oder Z 2 das 18. Lebensjahr vollendet hat,
verlässlich ist und über die erforderliche Sachkunde oder Fachkenntnis verfügt und
5. unter Bedachtnahme auf Ort und Zeit der beabsichtigten Verwendung eine Gefährdung von
Leben, Gesundheit oder Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit und
unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden.
(4) Bei Bewilligungen nach Abs. 3 hat die Behörde die zur Vermeidung von Gefährdungen von
Leben, Gesundheit oder Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit und unzumutbaren
Lärmbelästigungen erforderlichen Auflagen, Bedingungen und Befristungen vorzuschreiben.
Pyrotechnische Gegenstände und Sätze im Sinne des § 28 Abs. 4 dürfen mitverwendet werden.
Reizerzeugende pyrotechnische Gegenstände und Sätze
§ 33. Besitz, Verwendung, Überlassung und Inverkehrbringen reizerzeugender pyrotechnischer
Gegenstände oder Sätze sind verboten.
Knallkörper mit Blitzknallsätzen
§ 34. Besitz, Verwendung, Überlassung und Inverkehrbringen von zur Knallerzeugung bestimmten
pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2, die als Knallsatz einen Blitzknallsatz enthalten, sind
verboten.
Nichtgewerbliche Herstellung und Delaborierung
§ 35. Das Herstellen und Delaborieren von pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen ohne
Gewerbeberechtigung für deren Erzeugung ist verboten.
Gemeinsame Anzündung
§ 36. (1) Pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F1, F2, T1 und P1 dürfen nur einzeln und von
einander getrennt angezündet werden.
(2) Abs. 1 gilt nicht für pyrotechnische Gegenstände, die
1. zur gemeinsamen Anzündung erzeugt und in Verkehr gebracht wurden oder
2. von Personen verwendet werden, die über einen Pyrotechnik-Ausweis für die Kategorie F3, F4
oder T2 verfügen, oder
3. der Kategorie T1 angehören, soweit diese im Rahmen einer nach veranstaltungsrechtlichen
Bestimmungen zulässigen Veranstaltung mit Anzündmitteln der Kategorie P1 verbunden und
angezündet werden und eine Anzündstelle vorhanden ist, die eine solche Verleitung ohne
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weiteren technischen Aufwand zulässt. Es darf dadurch an den pyrotechnischen Gegenständen zu
keiner veränderten Effektwirkung kommen.
Widmungswidrige Verwendung
§ 37. (1) Die widmungswidrige Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen ist
verboten.
(2) Abweichend von Abs. 1 kann die Behörde auf Antrag die widmungswidrige Verwendung
pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze bewilligen, wenn
1. die widmungswidrige Verwendung für die Erzielung eines szenischen Effektes im Rahmen einer
konkreten Bühnen-, Theater- oder Musikvorführung oder Filmproduktion erforderlich ist,
2. der beabsichtigte Effekt nicht durch widmungsgemäße Verwendung oder unter Einsatz sonstiger
zulässiger Techniken, Methoden oder Verfahren erzielt werden kann,
3. die Person gemäß § 28 Abs. 1 Z 1 lit. a oder b oder Z 2 über einen Pyrotechnik-Ausweis verfügt
und
4. gewährleistet ist, dass Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder
der öffentlichen Sicherheit sowie unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden.
(3) Bei Bewilligungen nach Abs. 2 hat die Behörde die zur Vermeidung von Gefährdungen von
Leben, Gesundheit oder Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit und unzumutbaren
Lärmbelästigungen erforderlichen Auflagen, Bedingungen und Befristungen vorzuschreiben.
Verwendung an bestimmten Orten
§ 38. (1) Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie F2 im Ortsgebiet ist verboten,
es sei denn, sie erfolgt im Rahmen einer gemäß § 28 Abs. 4 oder § 32 Abs. 4 zulässigen Mitverwendung.
Der Bürgermeister kann mit Verordnung bestimmte Teile des Ortsgebietes von diesem Verbot
ausnehmen, sofern nach Maßgabe der örtlichen Gegebenheiten durch die Verwendung Gefährdungen von
Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit sowie unzumutbare
Lärmbelästigungen nicht zu besorgen sind.
(2) Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze innerhalb und in unmittelbarer Nähe
von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen
und Tiergärten ist verboten.
(3) Abs. 2 gilt nicht für pyrotechnische Gegenstände und Sätze, die als Hauptwirkung keinen
akustischen Effekt aufweisen, wenn
1. der über die Einrichtung Verfügungsberechtigte nachweislich seine Zustimmung zur
Verwendung erteilt hat und
2. gewährleistet ist, dass Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder
der öffentlichen Sicherheit nicht entstehen.
(4) Pyrotechnische Gegenstände und Sätze der Kategorien F2 und S1 dürfen in geschlossenen
Räumen nicht verwendet werden, es sei denn
1. ihre Gebrauchsanweisung erklärt dies ausdrücklich für zulässig und
2. Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen
Sicherheit sowie unzumutbare Lärmbelästigungen sind ausgeschlossen.
(5) Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze in der Nähe von leicht entzündlichen
oder explosionsgefährdeten Gegenständen, Anlagen und Orten, wie insbesondere Tankstellen, ist
verboten.
Besitz und Verwendung unter besonderen Umständen
§ 39. (1) Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 dürfen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe
größerer Menschenansammlungen nicht verwendet werden, es sei denn, sie erfolgt im Rahmen einer
gemäß § 28 Abs. 4 oder § 32 Abs. 4 zulässigen Mitverwendung.
(2) Pyrotechnische Gegenstände und Sätze dürfen in sachlichem, örtlichem und zeitlichem
Zusammenhang mit einer Sportveranstaltung nicht besessen und nicht verwendet werden.
(3) Die Behörde kann dem Veranstalter auf Antrag zeitlich und örtlich beschränkte Ausnahmen vom
Verbot nach Abs. 2 für bestimmte Anlässe bewilligen. Für die Bewilligung des Besitzes und der
Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen oder Sätzen der Kategorien F3, F4, T2, P2 oder S2 gilt
§ 28. Für Besitz und Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorien F1, F2, T1, P1 oder S1
kann die Bewilligung erteilt werden, wenn die Person nach § 28 Abs. 1 Z 1 lit. a oder b oder Z 2 das nach
§ 15 maßgebliche Lebensjahr vollendet hat, verlässlich ist sowie unter Bedachtnahme auf die Umstände
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der beabsichtigten Verwendung der pyrotechnischen Gegenstände oder Sätze gewährleistet ist, dass
Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit
sowie unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden; die Behörde ist ermächtigt, Auflagen,
Bedingungen und Befristungen im Sinne des § 28 Abs. 3 vorzuschreiben.
(4) Die Verbote nach Abs. 2 gelten nicht für aktive Teilnehmer an Sportveranstaltungen sowie für
Personen, die für den Ablauf einer Sportveranstaltung maßgebliche Funktionen ausüben, soweit sie der
betreffenden Sportart immanente pyrotechnische Gegenstände, wie insbesondere Notsignale oder
Startschusspistolen, mit sich führen.
5. HAUPTSTÜCK
STRAF-, SCHLUSS- UND ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
1. Abschnitt
Strafbestimmungen
Verwaltungsübertretungen
§ 40. (1) Sofern ein Verhalten nicht den Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden
strafbaren Handlung bildet, begeht eine Verwaltungsübertretung, wer diesem Bundesgesetz, aufgrund
dieses Bundesgesetzes erlassenen Verordnungen oder Bescheiden zuwiderhandelt. Er ist im Falle der
Missachtung
1. der Bestimmungen des 2. Hauptstückes mit Geldstrafe bis zu 10 000 € oder mit Freiheitsstrafe
bis zu sechs Wochen,
2. des Verwendungsverbotes nach § 39 Abs. 2 mit Geldstrafe bis zu 4 360 € oder mit Freiheitsstrafe
bis zu vier Wochen,
3. sonstiger Bestimmungen mit Geldstrafe bis zu 3 600 € oder mit Freiheitsstrafe bis zu drei
Wochen
zu bestrafen.
(2) Der Versuch ist strafbar.
Verfall
§ 41. (1) Pyrotechnische Gegenstände und Sätze sowie für das Böllerschießen bestimmter
Schießbedarf, die den Gegenstand einer nach § 40 strafbaren Handlung bilden, sind von der Behörde für
verfallen zu erklären, wenn
1. sie dem Täter oder einem Mitschuldigen gehören und die Verfallserklärung zur Abwehr von
Gefahren, die mit missbräuchlichem oder leichtfertigem Gebrauch oder unsicherer Verwahrung
verbunden sind, geboten erscheint, oder
2. sie einem Menschen auszufolgen wären, der zu ihrem Besitz nicht berechtigt ist, oder
3. ihre Herkunft nicht feststellbar ist.
(2) Kann keine bestimmte Person verfolgt werden, ist auf den Verfall selbstständig zu erkennen,
wenn im Übrigen die Voraussetzungen hiefür vorliegen.
(3) Gemäß Abs. 1 oder 2 verfallene Gegenstände oder Sätze gehen in das Eigentum des Bundes
über.
2. Abschnitt
Schluss- und Übergangsbestimmungen
Sprachliche Gleichbehandlung
§ 42. Soweit in diesem Gesetz auf natürliche Personen bezogene Bezeichnungen nur in männlicher
Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise. Bei der Anwendung der
Bezeichnung auf bestimmte natürliche Personen ist die jeweils geschlechtsspezifische Form zu
verwenden.
Verweisungen
§ 43. (1) Verweisungen in diesem Bundesgesetz auf andere Bundesgesetze sind als Verweisungen
auf die jeweils geltende Fassung zu verstehen, insoweit nicht anderes bestimmt ist.
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(2) Verweisungen in anderen Bundesgesetzen auf das Pyrotechnikgesetz 1974 gelten als
Verweisungen auf dieses Bundesgesetz.
Vollziehung
§ 44. (1) Mit der Vollziehung des § 27 Abs. 5 ist der Bundesminister für Finanzen betraut;
hinsichtlich des § 7 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Inneres.
(2) Mit der Vollziehung der übrigen Bestimmungen ist der Bundesminister für Inneres betraut.
Inkrafttreten
§ 45. (1) Dieses Bundesgesetz tritt am 4. Jänner 2010 in Kraft.
(2) Verordnungen aufgrund dieses Bundesgesetzes können bereits vor dem Inkrafttreten dieses
Bundesgesetzes erlassen werden; sie treten jedoch frühestens gleichzeitig mit diesem in Kraft.
Außerkrafttreten
§ 46. Das Pyrotechnikgesetz 1974, BGBl. Nr. 282, tritt mit Ablauf des 3. Jänner 2010 außer Kraft.
Übergangsbestimmungen
§ 47. (1) Bis zum 4. Juli 2010 gelten
1. pyrotechnische Gegenstände der Klassen I bis IV im Sinne der §§ 3 bis 6 des
Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, als
pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F1 bis F4 im Sinne dieses Bundesgesetzes,
2. Hagelabwehrraketen, Knallraketen und Knallpatronen zur Starenabwehr im Sinne der §§ 11 und
12 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, als
pyrotechnische Gegenstände der Kategorie P2 im Sinne dieses Bundesgesetzes und
3. Rauch- oder nebelerzeugende pyrotechnische Gegenstände im Sinne des § 8 des
Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, als
pyrotechnische Gegenstände der Kategorie T1 im Sinne dieses Bundesgesetzes.
Die §§ 21, 22, 26 Abs. 1 Z 1 bis 3 und 32, soweit er das Verbot pyrotechnischer Gegenstände ohne CEKennzeichen
betrifft, finden in dieser Zeit keine Anwendung. Anstelle der Kennzeichnung nach § 24
Abs. 1 bis 5 ist die Kennzeichnung nach § 20 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der
Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, auf den betroffenen Gegenständen zulässig.
(2) Für pyrotechnische Gegenstände der Klassen I bis III im Sinne der §§ 3 bis 5 des
Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, deren Markteinführung
im Bundesgebiet
1. vor dem 4. Juli 2010 erfolgt, gilt ab dem 4. Juli 2010 bis zum 4. Juli 2017 Abs. 1.
2. ab dem 4. Juli 2010 erfolgt, gilt dieses Bundesgesetz.
(3) Für pyrotechnische Gegenstände der Klasse IV, Hagelabwehrraketen, Knallraketen und
Knallpatronen zur Starenabwehr sowie rauch- oder nebelerzeugende pyrotechnische Gegenstände im
Sinne der §§ 6, 8, 11 und 12 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I
Nr. 98/2001, deren Markteinführung im Bundesgebiet
1. in der Zeit vom 4. Juli 2010 bis zum 3. Juli 2013 erfolgt, gilt bis zum 4. Juli 2017 Abs. 1.
2. ab dem 4. Juli 2013 erfolgt, gilt dieses Bundesgesetz.
(4) Auf pyrotechnische Gegenstände, die vom Pyrotechnikgesetz 1974, BGBl. Nr. 282, in der
Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, nicht erfasst waren, findet dieses Bundesgesetz bis 3. Juli 2013 keine
Anwendung. Erfolgt ihre Markteinführung im Bundesgebiet
1. vor dem 4. Juli 2013, gilt ab dem 4. Juli 2013 bis zum 4. Juli 2017 dieses Bundesgesetz mit
Ausnahme der §§ 21, 22, 26 Abs. 1 Z 1 bis 3 und 32, soweit er das Verbot pyrotechnischer
Gegenstände ohne CE-Kennzeichen betrifft.
2. ab dem 4. Juli 2013, gilt dieses Bundesgesetz.
(5) Für pyrotechnische Gegenstände für die Fahrzeugindustrie, deren Markteinführung im
Bundesgebiet vor dem 4. Juli 2013 erfolgt, gelten entgegen Abs. 4 Z 1 das 2. Hauptstück dieses
Bundesgesetzes sowie § 32 nicht.
(6) Pyrotechnische Gegenstände, die unter die Bestimmung des § 34 fallen, dürfen bis 4. Juli 2013
besessen, verwendet, überlassen und in Verkehr gebracht werden. Ab dem 4. Juli 2013 dürfen sie
besessen und verwendet, jedoch nicht mehr überlassen oder in Verkehr gebracht werden. Ab dem 4. Juli
2017 dürfen sie nicht mehr besessen und verwendet werden.
BGBl. I - Ausgegeben am 30. Dezember 2009 - Nr. 131 19 von 20
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(7) Pyrotechnische Sätze dürfen bis einschließlich 4. Juli 2010 anstelle der Kennzeichnung nach § 24
Abs. 6 die Kennzeichnung nach § 20 Abs. 2 und 3 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der
Fassung BGBl. I Nr. 98/2001, aufweisen.
(8) Pyrotechnische Gegenstände, die vom Pyrotechnikgesetz 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung
BGBl. I Nr. 98/2001,
1. erfasst waren und am 3. Jänner 2010 rechtmäßig besessen werden, dürfen weiterhin besessen
werden. Die Zulässigkeit ihrer Verwendung ist nach den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes
zu beurteilen.
2. nicht erfasst waren und am 3. Juli 2013 rechtmäßig besessen werden, dürfen weiterhin besessen
und bis 4. Juli 2017 verwendet werden.
(9) Personen, die verlässlich sind und bis zum 4. Juli 2017 nachweisen, dass sie berechtigt waren,
1. Mittelfeuerwerke im Sinne des § 5 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung
BGBl. I Nr. 98/2001, zu besitzen und zu verwenden, erfüllen die Voraussetzungen zum Erwerb
eines Pyrotechnik-Ausweises betreffend pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F3 und
Anzündmittel der Kategorie P2.
2. Großfeuerwerke im Sinne des § 6 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung
BGBl. I Nr. 98/2001, zu besitzen und zu verwenden oder über eine Amtsbescheinigung gemäß
§ 6 Abs. 5 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung BGBl. I Nr. 98/2001,
verfügen, erfüllen die Voraussetzungen zum Erwerb eines Pyrotechnik-Ausweises betreffend
pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F4 und F3 sowie Anzündmittel der Kategorie P2.
Auf Antrag ist diesen Personen von der Behörde ein entsprechender Pyrotechnik-Ausweis auszustellen.
(10) Personen, die verlässlich sind und bis zum 4. Juli 2017 nachweisen, dass sie das 18. Lebensjahr
vollendet haben und vor dem 4. Jänner 2010 ausreichende Fachkenntnis über Bühnen- und
Theaterpyrotechnik erworben haben, erfüllen die Voraussetzungen zum Erwerb eines Pyrotechnik-
Ausweises betreffend pyrotechnische Gegenstände der Kategorie T2, Anzündmittel der Kategorie P2
sowie pyrotechnische Sätze der Kategorie S2. Auf Antrag ist diesen Personen von der Behörde ein
entsprechender Pyrotechnik-Ausweis auszustellen.
(11) Personen, die verlässlich sind und bis zum 4. Juli 2017 nachweisen, dass sie vor dem 1. Juli
2010 bei einem Lehrgangsträger im Sinne des § 18 Abs. 1 eine Ausbildung abgeschlossen haben, die
einem gemäß § 17 Abs. 3 Z 1 durchgeführten Lehrgang im Wesentlichen gleichwertig ist, erfüllen die
Voraussetzungen zum Erwerb eines Pyrotechnik-Ausweises betreffend die ausbildungsgegenständlichen
Kategorien pyrotechnischer Gegenstände und Sätze unter Beachtung der §§ 15 und 17 Abs. 4. Auf Antrag
ist diesen Personen von der Behörde ein entsprechender Pyrotechnik-Ausweis auszustellen.
(12) Am 4. Jänner 2010 anhängige Verfahren, die vom Regelungsinhalt dieses Bundesgesetzes
umfasst sind, sind nach den Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung
BGBl. I Nr. 98/2001, zu Ende zu führen. Bewilligungen nach dem Pyrotechnikgesetz 1974 gelten als
entsprechende Bewilligungen im Sinne dieses Bundesgesetzes.
(13) Auf Grundlage des § 4 Abs. 4 des Pyrotechnikgesetzes 1974, BGBl. Nr. 282, in der Fassung
BGBl. I Nr. 98/2001, erlassene Verordnungen, die bei Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes in Geltung
stehen, gelten als entsprechende Verordnungen im Sinne des § 38 Abs. 1 dieses Bundesgesetzes.
(14) Ungeachtet der zeitlichen Regelungen nach Abs. 1 bis 13 gelten die Verbote nach §§ 33 und 35
bis 39 ab Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes.
Artikel 2
Änderung des Sicherheitspolizeigesetzes
Das Sicherheitspolizeigesetz (SPG), BGBl. Nr. 566/1991, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz
BGBl. I Nr. 72/2009, wird wie folgt geändert:
1. In § 56 Abs. 1 wird nach Z 3 folgende Z 3a eingefügt:
„3a. an den Österreichischen Fußballbund sowie die Österreichische Fußball-Bundesliga zur Prüfung
und Veranlassung eines Sportstättenbetretungsverbotes, wenn der Betroffene einen gefährlichen
Angriff gegen Leben, Gesundheit oder Eigentum unter Anwendung von Gewalt im
Zusammenhang mit einer Fußballsportgroßveranstaltung begangen hat. Dazu sind ausschließlich
Namen, Geburtsdatum, Wohnanschrift und Angaben zum Grund des Einschreitens sowie
gegebenenfalls Informationen über den Ausgang des Strafverfahrens zu übermitteln;“
BGBl. I - Ausgegeben am 30. Dezember 2009 - Nr. 131 20 von 20
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2. § 56 wird folgender Abs. 5 angefügt:
„(5) Die Übermittlung personenbezogener Daten nach Abs. 1 Z 3a ist erst zulässig, wenn sich der
Österreichische Fußballbund und die Österreichische Fußball-Bundesliga vertraglich gegenüber dem
Bundesminister für Inneres verpflichtet haben,
1. die Daten nur zum festgelegten Zweck, in ihrem Wirkungsbereich und im Einklang mit den
Bestimmungen des Datenschutzgesetzes 2000 zu verwenden,
2. die Daten gemäß den Bestimmungen des § 14 Datenschutzgesetz 2000 vor unberechtigter
Verwendung zu sichern, insbesondere durch organisatorische und technische Vorkehrungen
sicherzustellen, dass der Zutritt zu Räumen, in denen sich eine Zugriffsmöglichkeit auf die
übermittelten Daten befindet, nur von in ihrem Auftrag Tätigen möglich ist,
3. ihren Löschungsverpflichtungen nachzukommen,
4. jede Abfrage und Übermittlung der Daten in ihrem Wirkungsbereich zu protokollieren und
5. den Sicherheitsbehörden Zutritt zu Räumen und Zugriff auf Datenverarbeitungsgeräte zu
gewähren und ihnen auf Verlangen die notwendigen Auskünfte zu erteilen, soweit dies zur
Überprüfung der Einhaltung der in Z 1 bis 4 normierten Pflichten erforderlich ist.
Vor Abschluss des Vertrages durch den Bundesminister für Inneres ist der Datenschutzrat zu hören. Von
der Behörde gemäß Abs. 1 Z 3a übermittelte Daten sowie vom Vertragspartner gemäß Z 4 angefertigte
Protokolle sind vom Österreichischen Fußballbund und der Österreichischen Fußball-Bundesliga mit
Ablauf eines gemäß Abs. 1 Z 3a verhängten Sportstättenbetretungsverbotes, spätestens aber nach Ablauf
von zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Übermittlung zu löschen. Hat der jeweilige Vertragspartner
innerhalb von sechs Monaten ab dem Zeitpunkt der Übermittlung kein Sportstättenbetretungsverbot
gegen den Betroffenen verhängt, sind die Daten und Protokolle mit Ablauf dieser Frist zu löschen. Der
Betroffene ist von der Sicherheitsbehörde von Datenübermittlungen nach Abs. 1 Z 3a schriftlich zu
verständigen. Sicherheitsbehörden sind ermächtigt zu überprüfen, ob die Vertragspartner ihren Pflichten
nach Z 1 bis 4 nachkommen. Kommt ein Vertragspartner einer Pflicht nach Z 1 bis 5 nicht nach, ist eine
erneute Datenübermittlung an diesen erst nach Ablauf von drei Jahren ab Feststellung der
Vertragsverletzung zulässig.“
3. In § 58b Abs. 1 lautet der zweite Satz:
„Zu diesen Zwecken dürfen die zuständigen Stellen auch Daten über angehaltene Menschen
einschließlich eines anlässlich der Aufnahme anzufertigenden Lichtbildes in einem vom Bundesminister
für Inneres betriebenen Informationsverbundsystem automationsunterstützt verwenden, soweit sie sich
auf strafbare Handlungen oder auch für den Vollzug relevante Lebensumstände einschließlich ihres
Gesundheitszustandes und ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit beziehen.“
4. Dem § 58b Abs. 4 wird folgender Satz vorangestellt:
„Lichtbilder sind bei Entlassung des Betroffenen zu löschen.“
5. In § 91c Abs. 1 wird vor der Wortfolge „durch verdeckte Ermittlung (§ 54 Abs. 3)“
„durch Observation (§ 54 Abs. 2),“
6. Dem § 94 wird folgender Abs. 27 angefügt:
„(27) § 56 Abs. 1 Z 3a und Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 131/2009 tritt mit
4. Jänner 2010 in Kraft.“
7. Dem § 94 wird folgender Abs. 28 angefügt:
„(28) Die §§ 58b Abs. 1 und 4 sowie 91c Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I
Nr. 131/2009 treten mit 1. Jänner 2010 in Kraft.“
Fischer
Faymann
131. Bundesgesetz, mit dem ein Pyrotechnikgesetz 2010 erlassen und das
Sicherheitspolizeigesetz geändert wird
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Aktualisiert (Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 13:13 Uhr)


